CAPHENIA-Prozess ist herkömmlichen E-Fuels überlegen

Eine Studie der unabhängigen Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) zeigt: Im direkten Vergleich schneidet der CAPHENIA-Prozess besser ab als der Power-to-Liquid-Prozess: Der CO2-Fußabdruck ist deutlich geringer.

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München hat für eine aktuelle Studie Messwerte des CAPHENIA-Prozesses mit der Elektrolyse zur Herstellung von Power to Liquids verglichen. Mit eindeutigem Ergebnis: Produziert man mit beiden Verfahren 1 Kilogramm Kerosin, entstehen beim CAPHENIA-Prozess im Schnitt 1,86 Einheiten CO2. Bei der Herstellung von Power to Liquids, also herkömmlicher E-Fuels, sind es hingegen durchschnittlich 8,96 Einheiten CO2 pro Kilogramm Kerosin.

Wie ist das zu erklären? Im CAPHENIA-Prozess wird Methan in Kohlenstoff und Wasserstoff aufgespalten und anschließend zu Synthesegas verarbeitet (mehr zur CAPHENIA-Technologie erfahren Sie hier).

Der CAPHENIA-Prozess wird auch in der nahen Zukunft einen Vorteil gegenüber dem Power-to-Liquid-Prozess aufweisen.

Power to Liquids hingegen gewinnt man über Elektrolyse, wobei Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Zum gewonnenen Wasserstoff wird Kohlendioxid hinzugefügt, bevor schlussendlich Synthesegas als Basis für Kraftstoffe entsteht. Dieser Prozess benötigt sehr viel Strom, der eigentlich aus erneuerbaren Energien stammen sollte.

Und genau hier liegt das Problem:

Auf absehbare Zeit steht so eine große Menge Öko-Strom nicht zur Verfügung. Deshalb legten die Wissenschaftler der Forschungsstelle für Energiewirtschaft für ihre Studie den aktuellen europäischen Strommix zugrunde. Damit hat die Elektrolyse zwar im direkten Vergleich mit dem CAPHENIA-Prozess einen etwas höheren Wirkungsgrad, der Effekt hebt sich jedoch durch den hohen Stromverbrauch wieder auf. 

Mit bestehenden europäischen Strommix ist somit der CAPHENIA-Prozess klar im Vorteil – und das wird nach Aussagen der Wissenschaftler auch auf absehbare Zeit so bleiben: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der CAPHENIA-Prozess bei einem Emissionsfaktor des europäischen Strommixes von derzeit ca. 0,44 kg CO2e pro kWh Strom […] auch in der nahen Zukunft einen Vorteil gegenüber dem Power-to Liquid-Prozess aufweisen wird“, stellten die Experten im Fazit ihrer der Studie fest. 

Erst bei einem Strommix von rund 0,12 kg CO2e pro kWh – was aktuell einem rein auf Photovoltaik basierten Strommix entspricht – weisen beide Prozesse eine gleiche CO2-Bilanz auf. Dies gilt wohlgemerkt für die Nutzung von fossilem Erdgas im CAPHENIA-Verfahren, nicht aber für Biogas.